Unser Leben mit PRA

PRA (Progressive Retina Atrophie)

Das Krankheitsbild:

Die Progressive Retina-Atrophie ist ein schmerzfreies, langsam fortschreitendes Absterben der Netzhaut. Die Pupillen sind vergrößert, die Augen leuchten auffallend in der Dunkelheit. Der Hund verhält sich anfangs nur in der Dämmerung, später auch in der Dunkelheit unsicher. Danach kommt es zur Nachtblindheit. Zu einem noch späteren Zeitpunkt verschlechtert sich das Sehvermögen auch am Tage, bis zur völligen Erblindung. Erfolgreiche Behandlungsmöglichkeiten gibt es nicht. Die Krankheit ist erblich bedingt und wird rezessiv vererbt.

Mehr Informationen dazu erhalten Sie im Internet u.a. auf unserer „Perro-Club“-Seite, bzw. auf der Seite „Augen.de“. Zu beiden Seiten finden Sie einen Hyperlink im Menü „Links“.

Unser Leben mit PRA

Auch wenn Max sein Sehvermögen verloren hat, ist und bleibt er UNSER Max. Er ist für uns der beste und liebste MAX den es gibt, den es je gegeben haben wird. Wir lieben ihn so wie er ist, ….. in und mit seiner Blindheit! Seine Erblindung hat uns nicht annähernd über das Thema Euthanasie nachdenken lassen. Nachdem wir die Diagnose akzeptiert hatten, konnten wir anfangen umzudenken und Lösungen zu suchen. Vieles ergab sich von selbst. Durch Gespräche mit Fachleuten haben wir uns für einen Zweithund (Klara) entschieden.

Die Empfehlung lautete: „wenn ein Zweithund, ….. dann solange er noch einigermaßen sehen kann“. So ist Welpchen Klara relativ schnell bei uns eingezogen. Max war anfangs „not amused”. Er ignorierte sie einfach. Natürlich hatte er Angst um seinen Stand. Einfühlsam und geduldig brachten wir ihm bei, dass er uns weiterhin wichtig ist, dass er uns weiterhin vertrauen kann. Max bekam z.B. sein Futter immer zuerst und Klara ihres dann im nächsten Moment. Körperkontakt und Streicheleinheiten gab es für beide zusammen oder auch einzeln, gerade so wie es sich ergab. Nach ungefähr einer Woche richtete er die ersten Spielaufforderungen an sie. Von da an war das Eis gebrochen.

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Sollten Sie in derselben Situation sein, möchte ich Ihnen ein paar Tipps mit auf den Weg geben:

Sprechen Sie mit Ihrem blinden Hund, ohne ihn zuzutexten. Bereiten Sie ihn auf kommende Hindernisse oder Schwierigkeiten vor.

Trainieren Sie Signalworte mit Ihrem Hund: Komm, Bleib, Stopp, Langsam, Schneller, Weiter, Achtung, Vorsicht, Treppe, Richtungswechsel: links – rechts – halblinks – halbrechts – geradeaus, usw.

Rufen Sie ihn von der Seite aus in der er abbiegen muss. Rufen Sie ihn ruhig mehrmals, damit er Sie besser orten kann.

Hunde die langsam erblinden kennen sich in ihrer Umgebung sehr gut aus. Sie werden nur dann gegen Gegenstände laufen, wenn diese an unüblichen Orten stehen.

Lassen Sie ihn in einer fremden Umgebung in „seinem Tempo“ unterwegs sein. Treiben Sie ihn nicht an, dann wird er sich keine schwerwiegenden Verletzungen zufügen.

Wenn Ihr Hund es gewohnt ist von der Fahrerseite aus in Ihr Auto zu steigen, dann lassen Sie ihn auch in fremde Autos von der linken Seite aus einsteigen.

Geben Sie ihm Schutz, bei Hundekontakten mit fremden Hunden oder in Situationen, bei denen Sie merken, dass sie ihn verunsichern.

Soziale Kontakte zu anderen Artgenossen sind wichtig. Suchen Sie sich Hunde, mit denen der Gassigang oder sogar ein gemeinsames Spiel funktioniert.

Trainieren Sie mit ihm woran er Spaß hat, z.B. Schnüffelspiele, Suchspiele, Mantrailing, Geruchsunterscheidungen, Apportieren, Tricktraining, Schwimmen. Auch ein Spaziergang quer durch den Wald wird ihm Spaß machen. Dort gibt es viel zu schnüffeln, er kann Dummy‘s suchen oder über Baumstämme klettern.

Wenn wir in fremden Gegenden unterwegs sind, trägt er am Halsband ein gelbes Dreieckstuch mit drei schwarzen Punkten, dem bekannten „Blindenzeichen“. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Menschen reagieren darauf und nehmen Rücksicht.

Folgende Bücher zum Thema haben mir weitergeholfen:

Siehst du es? Leben mit einem blinden Hund; Corinne Egger und Romy Illi; MenschHund! Verlag, 2012; ISBN 978-3-9810821-9-7

Blinder Hund – was nun?; Nicole Horsky; Kynos Verlag, 2009; ISBN 978-3-938071-70-0